Projekte Richtfunk

  Beratung - Installation - Inbetriebnahme

 

Projekt Wasserwerk

 

Hochverfügbare Richtfunkanbindung für eine kritische Infrastruktur

Für Betreiber kritischer Infrastrukturen (KRITIS) wie Wasserwerke ist eine zuverlässige digitale Vernetzung essenziell. Mit dem KRITIS-Dachgesetz und der NIS2-Richtlinie steigen die Anforderungen an Ausfallsicherheit, Redundanz und IT-sicherheitstechnische Resilienz nochmals deutlich.

 

Unser Projekt zeigt, wie eine moderne Richtfunkstrecke diese Anforderungen nicht nur erfüllt, sondern in vielen Bereichen sogar übertrifft – und das bei schneller Realisierung, planbaren Kosten und ohne komplexe Bauarbeiten.

Ausgangslage und Herausforderung

Die bestehende leitungsgebundene Datenverbindung des Voranbieters wurde kurzfristig abgekündigt. Für das Wasserwerk bedeutete das ein erhebliches Risiko: 

 

  1. Ohne stabile Verbindung zwischen Wasserturm und Pumpstation sind Steuerung, Monitoring und Alarmierung nicht zuverlässig möglich. 
  2. Ein Ersatz über neue Kabelstrecken hätte lange Bauzeiten, Genehmigungsverfahren und hohe Kosten verursacht – zudem wären die vorhandenen Trassen weiterhin ein „Single Point of Failure“ gewesen. 
Warum Richtfunk?

Die Stadtwerke entschieden sich bewusst für eine Richtfunklösung, weil sie gleich mehrere Herausforderungen adressiert: 

 

1. Redundanz zur kabelgebundenen Infrastruktur 

Kabelverbindungen – selbst Glasfaser – sind trotz hoher Qualität anfällig gegenüber äußeren Einflüssen: 

 

  1. Baggerarbeiten 

  2. Erdbewegungen 

  3. Nagetierbisse 

  4. Feuchtigkeitseintritt 

  5. Vandalismus 

Eine räumlich getrennte Richtfunkstrecke schafft echte Medienredundanz und eliminiert die typischen Risiken kabelgebundener Wege. 

 

2. Abkündigung der Bestandsleitung 

Da die bisherige Leitung ersatzlos entfiel, musste kurzfristig eine vollständig neue Verbindung geschaffen werden – ohne Zeit für Tiefbau. Richtfunk ermöglicht eine Inbetriebnahme innerhalb weniger Tage. 

 

3. Hohe Bandbreiten bei voller KRITIS‑Konformität 

Je nach Strecke sind heute Gigabit-Datenraten möglich. Für das Wasserwerk bot die 13‑GHz‑Strecke eine optimale Kombination aus Reichweite, Stabilität und Bandbreite. 


Lösungskonzept - Technische Umsetzung

Technologie: Lizenzierter Richtfunk im 13‑GHz‑Band, Strecke > 5 km 

Bereitgestellte Bandbreite: 160 Mbit/s (statt benötigter 100 Mbit/s) 

 

Aufbau einer mehrfach redundanten Architektur mittels Ceragon‑Systems (2.0‑Konzept) 

NIS2-Compliance

Wie die Richtfunklösung die Anforderungen erfüllt 

Die NIS2‑Richtlinie stellt deutlich höhere Anforderungen an Betreiber kritischer Infrastrukturen, insbesondere in den Bereichen Cyberresilienz, Ausfallsicherheit, kontinuierlicher Betrieb und Risikomanagement. Die umgesetzte Richtfunkanbindung adressiert zentrale NIS2‑Pflichten:

 

1. Erhöhte Betriebssicherheit & Risikominimierung 

NIS2 verlangt, technische und organisatorische Maßnahmen zu implementieren, die Ausfälle verhindern und die Versorgungssicherheit gewährleisten. 

 

Die Richtfunkstrecke erfüllt dies durch: 

  1. Medienredundanz (Funk + Kabel unabhängig voneinander) 

  2. Ausfallsichere Linkplanung mit > 99,995 % Verfügbarkeit 

  3. Automatische Umschaltung im Fehlerfall 

3. Sichere und kontrollierbare Infrastruktur

Die eingesetzte Technik bietet: 

  1. Verschlüsselte Übertragung 

  2. Gesicherte Konfigurationszugänge 

  3. Firmware‑Pflege und regelmäßige Sicherheitsupdates 

Damit erfüllt sie NIS2‑Kriterien zur IT‑Sicherheit und zum Schutz vor Cyberangriffen.

5. Dokumentation, Nachweisbarkeit & Audits 

Die vollständige Linkplanung, Berechnung und Frequenzdokumentation schafft klare Nachweisstrukturen für zukünftige NIS2‑Audits. 

2. Resilienz gegenüber physischen und Umgebungsrisiken 

NIS2 fordert Schutz vor physischen Gefährdungen kritischer Systeme. 

 

Die Funklösung mitigiert Risiken wie: 

  1. Tiefbau- oder Erdschäden an Glasfaser 

  2. Trassenunterbrechungen 

  3. Lokale Sabotage an Kabelwegen 

Durch die räumlich getrennte Funkstrecke entsteht ein unabhängiger Übertragungsweg. 

4. Monitoring & kontinuierliche Überwachung 

NIS2 betont die Notwendigkeit eines laufenden Betriebsmonitorings. 

 

Im Projekt enthalten: 

  1. Permanentes Monitoring der Linkqualität 

  2. Alarmierung bei Störungen 

  3. Präventive Wartungszyklen

Fazit

Die Richtfunklösung erfüllt alle relevanten Anforderungen aus NIS2 – von Redundanz und Risikomanagement bis zu Monitoring, Verschlüsselung und Dokumentationspflichten. 

Redundanzkonzept mit Ceragon 2.0

Zur Erfüllung der KRITIS-Anforderungen wurde ein Redundanzmodell implementiert, das über klassische „1+1“-Systeme hinausgeht: 

 

  1. Doppelte Outdoor-Units (ODU) 

Zwei parallel angeschlossene ODUs stellen sicher, dass bei Ausfall eines Funkmodems die Verbindung ohne Unterbrechung weiterläuft. 

 

  1. Redundante Stromversorgung 

Jede ODU ist separat abgesichert und erhält Energie aus zwei unabhängigen Pfaden. 

 

  1. Adaptive Modulation & automatisches Failover 

Das System passt sich wetterbedingten Dämpfungen dynamisch an und hält so die Verbindung stabil. 

 

  1. Herstellerunabhängige Planung 

Wir planen bewusst neutral – in diesem Projekt fiel die Wahl auf Ceragon, da das System für KRITIS‑Anforderungen äußerst robust ist. Alternativ wären SAAF, SIAE oder AVIAT möglich gewesen. 

Richtfunkanbindung für ein Wasserwerk

 

Die Planungsschritte

  1. Standortbegehung mit Line-of-Sight‑Analyse via Drohne 
  2. Präzise Link‑Berechnung (Fade‑Margin, Verfügbarkeiten > 99,995 %) 
  3. Antrag & Frequenzzuteilung durch die Bundesnetzagentur 
  4. Kompletter Aufbau innerhalb eines Tages nach Frequenzfreigabe 
  5. Direkt im Anschluss: Funktions- und Belastungstests vor Ort 

Das Ergebnis

  1. Stabile, unterbrechungsfreie Verbindung – keinerlei Paketverlust oder Abbrüche 

  2. 160 Mbit/s symmetrische Kapazität, sofort erweiterbar 

  3. Medien- und Systemredundanz gemäß KRITIS-Dachgesetz & NIS2 

  4. Nahtlose Integration in die bestehende Technik des Wasserwerks 

  5. Keine baulichen Genehmigungen, keine Tiefbaukosten 


Service & Wartung

  1. Individuelle SLA-Verträge mit garantierten Reaktions- und Entstörzeiten 

  2. Regelmäßige Wartung, inklusive Firmware-Updates und Sichtprüfungen 

  3. Permanentes Monitoring der Linkqualität 

  4. Skalierbarkeit: zukünftige Bandbreitenanforderungen oder zusätzliche Standorte können jederzeit integriert werden